Übersetzer bekommen mehr Geld

Erst gestern hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, dass literarische Übersetzer mehr Geld von den Verlegern erhalten sollen. Die Übersetzer sollen prozentual am Erlös der verkauften Bücher beteiligt werden – allerdings erst ab einer Auflage von 5000 Stück …

… und genau da liegt die Problematik dieser Entscheidung. Denn davon profitieren eben nur die Übersetzer eines Bestsellers – von John Grisham oder Dan Brown zum Beispiel. Diese Bücher sind sicher durchaus spannend und eine gute Urlaubslektüre, aber als literarische Meisterleistungen kann man diese Werke ja nicht wirklich bezeichnen. Die Übersetzung anspruchsvoller, schwieriger Werke hingegen, deren Verkaufszahlen unterhalb von 5000 Exemplaren liegen, wird weiterhin mit 15 EUR pro Seite bezahlt. Aber ist das eigentlich so wenig?

Wir haben uns bei Amazon eine Leseprobe von Dan Browns neuem Thriller “Das verlorene Symbol” angesehen. Seite 4 enthält z. B. 209 Wörter. Das macht dann einen Wortpreis von rund 7 Cent. Der ganze Roman hat 768 Seiten. Wenn wir einfach mal von durchschnittlich 150 Wörtern pro Seite ausgehen, kommen wir auf ein Gesamtvolumen von 115200 Wörtern und ein Übersetzerhonorar von ca. 8000 EUR. Klingt doch gar nicht schlecht! Na ja, wenn man die Zeit berechnet, die man für die Übersetzungsarbeit und vor allem für die Recherche benötigt …

Das Urteil kann übrigens hier nachgelesen werden.



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