10 Tipps zur Bewerbung im Ausland

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© contrastwerkstatt - Fotolia.com

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10 Tipps zur Bewerbung im Ausland

Egal ob frisch von der Uni oder gerade mit der Ausbildung fertig, die weite Welt lockt immer mehr Menschen und eine Stelle im Ausland macht sich auf jedem Lebenslauf ausnehmend gut. Nicht nur sprachlich, auch formell unterscheiden sich Bewerbungen für das Ausland ganz erheblich. Die häufigsten Fehler und wie man es richtig macht:

1. Kulturelle Unterschiede beachten

Bevor man mit dem Schreiben der Bewerbung beginnt, sollte man sich mit den Gepflogenheiten im Zielland auseinandersetzen. Oft landen Bewerbungen nur aufgrund von Kleinigkeiten im Papierkorb. In den USA wird zum Beispiel nie ein Bild an die Bewerbung angehängt, Großbritannien wendet sich zurzeit ebenfalls dieser Praxis zu. Außerdem setzen Personaler in den USA verstärkt auf soziales Engagement. Es zeige mehr vom Bewerber als es ein Lebenslauf je könnte. Guter Rat ist nicht teuer, daher sagen wir: Finger weg von den Fotos – wenn Deine Bewerbung gut ankommen soll!

2. Vom Fach

Viele Bewerber lassen ihre Auslandsbewerbung von vielen Menschen überprüfen. Egal ob Kollegen oder ein Bekannter, der selbst Auslandserfahrung hat – gerade eine Bewerbung verdient etwas mehr Kontrolle und Sorgfalt! Ein Muttersprachler sollte immer über die Bewerbung schauen, besser noch ein Sprachexperte. Gerade Bewerbungen aus Fachbereichen wie Jura, Technik oder Ingenieurswesen strotzen nur so von Fachtermini, die es RICHTIG zu übersetzen gilt, will man auch im Ausland mit seinen Kenntnissen glänzen. Deshalb: Lasse Deinen Lebenslauf und das Anschreiben von einem Muttersprachler vom Fach überprüfen – so wird Deine Bewerbung nicht zur Lachnummer und Deine Chancen auf eine Einladung zum Bewerbungsgespräch steigen!

3. Der Lebenslauf

Das “Curriculum Vitae” oder kurz “CV” ist das englische Pendant zum Lebenslauf. Während man es in Deutschland gewohnt ist, von der Grundschule bis zur gegenwärtigen Stellung alles aufzuzählen, so wird in englischen Bewerbungen alles, was länger als zehn Jahre zurückliegt, weggelassen. Außerdem fängt man immer mit der aktuellsten Qualifikation an und führt dann in die Vergangenheit.

Unsicher? Auch hier gilt: Fragen macht schlau und schützt vor unangenehmen Überraschungen (vielleicht sogar vor der Absage)!

4. Adresse und Datum

Adressen und das Datum auf dem Anschreiben werden häufig falsch geschrieben und in die falsche Form gebracht. Dinge wie diese fallen dem Personaler leider immer als erstes ins Auge und befördern die Bewerbung direkt in den Papierkorb! Also auch hier gilt: Prüfe vor dem Versand, wie das Datum korrekt in dem Zielland der Bewerbung geschrieben wird. Wenn Du außerdem einen Lacher vermeiden möchtest, hier noch ein Tipp: Das Datum ist kein “date” 😉

5. Das Anschreiben

Während das Anschreiben in Deutschland eher eine trockene Sache darstellt, sind Bewerber im Ausland gehalten, hier richtig Werbung zu machen. Es ist die Chance, zu zeigen, wer man ist und was einen für den Job motiviert – daher auch der Name “Letter of Motivation”. Hier soll der Personaler herausfinden, dass genau dieser Bewerber der richtige für den Job ist. Floskeln und Plattitüden sind hier fehl am Platz.

6. Ausbildung und Studium

Gerade im englischsprachigen Ausland sind Ausbildungen ,wie wir sie kennen, nicht zu finden. Die Handelskammern und ein Muttersprachler können helfen, die korrekte Bezeichnung für den erlernten Beruf zu finden. Auch Studienabschlüsse wie Diplom und Magister sind im Ausland nicht bekannt und müssen eindeutig übersetzt werden, um Missverständnisse zu vermeiden. Es sollte auch die Schulform richtig übersetzt werden, ein “Gymnasium” ist eine Turnhalle im Englischen und ein “study” ist kein Studium, sondern ein Arbeitszimmer.

7. Berufsbezeichnungen

Die Unterschiede in den Ausbildungssystemen machen sich auch bei den Berufsbezeichnungen bemerkbar. Da dort niemand eine Prüfung ablegen muss, sind manche Bezeichnungen einfach erarbeitet, während man hier ein Zeugnis vorzeigen muss. Um sich nicht unter Wert zu verkaufen, sollte man zum Übersetzen professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

8. Verkürzte Schreibweisen

Die im Englischen so beliebten Abkürzungen wie “can’t” oder “I’m” werden aus reiner Gewohnheit oft in eine Bewerbung übernommen, passen aber nicht zum sonst förmlichen Ton einer Bewerbung. Viele Bewerber schreiben niemals englische Texte, außer in der Schule, und dort ist das Abkürzen oft erlaubt.

9. Referenzen

Im Ausland gang und gäbe, hierzulande aber kaum bekannt, sind Referenzen. Egal ob man frisch von der Schule, der Uni oder einem Arbeitsplatz kommt, jeder sollte mindestens eine Referenz vorzeigen können. Das können wohlgesonnene Lehrer oder Professoren oder der Chef sein. Wichtig ist auch hier, dass die Referenz professionell übersetzt wird, denn oft nutzen die Unternehmen die Referenzen, um mehr über den Bewerber zu erfahren. Dies wird  vorher aber mit dem Bewerber abgesprochen.

10. Informationen sammeln

Einer der häufigsten Fehler sind Übersetzungsfehler von Unternehmensformen oder die falsche Anrede des Ansprechpartners. Man sollte sich definitiv informieren, mit wem man es zu tun hat. Auch die Gesellschaftsform wird oft nicht korrekt übersetzt, ein Konzern ist kein “concern” und auch für andere Gesellschaftsformen gibt es fast immer ein englisches Pendant, welches genutzt werden sollte.

11. Telefonnummern

Ein Klassiker ist die falsche Angabe der Telefonnummer. Entweder wird die Landesvorwahl vergessen oder die Form falsch gewählt. In heutiger Zeit ebenfalls wichtig: Das Handy. Diese Bezeichnung benutzen deutsche Bewerber ganz selbstverständlich auch in Bewerbungen für das Ausland, ohne zu wissen, dass die Bewerbung nach einem kurzen Blick im Papierkorb landet, denn “Handy” bedeutet nicht etwa “Mobiltelefon”, sondern vielmehr “praktisch” oder “nützlich”.

Die richtige Vorbereitung ist also der Schlüssel zum Erfolg. Heutzutage hat jeder Zugang zu wichtigen Informationen und so sortieren Personaler schon bei kleinsten Fehlern aus. Eine gründliche Recherche und die Inanspruchnahme professioneller Hilfe ist essentiell, um auf dem Markt zu bestehen.

 

4 Kommentare

  1. Hallo,
    ich bin gerade dabei mich für einen Job in Frankreich zu bewerben.
    Da kommen die Tipps hier natürlich gerade richtig 😉
    Vielen Dank für den interessanten Artikel! Liebe Grüße, Sabrina

    • Hallo Sabrina,
      vielen Dank für Dein Lob 🙂 wir drücken Dir die Daumen für Deine Bewerbung! Klasse, wenn unser Artikel Dir helfen kann – genau dafür haben wir ihn geschrieben. Also: Viel Erfolg und viele Grüße.

  2. Moin moin! Wirklich ein spannender Artikel. Ich möchte mich nach meinem Studium auch in den USA um einen Job bewerben. Ich wusste gar nicht, dass man dort kein Foto sollte. Danke für den Tipp! Ich hätte, wie in Deutschland üblich, direkt eines mitgeschickt. Man lernt nie aus 😀

  3. Für Bewerbungen im englischsprachigen Ausland gibt es hier noch jede Menge konkrete Tipps vom Sprachenzentrum der Uni München:

    http://www.jobline.uni-muenchen.de/index.html

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